Bonner Querschnitte 12/2006 Ausgabe 27

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Aus den Ärmsten der Armen werden Milliarden herausgepresst

(Bonn, 30.10.2006) – Anlässlich der „Uganda Leadership Conference“ rief der deutsche Ethiker und Menschenrechtler Prof. Thomas Schirrmacher am Unabhängigkeitstag Ugandas Afrikas Herrscher auf, nicht auf Kosten des Volkes zu leben, sondern für das Wohl ihrer Völker zu sorgen.

Der Egoismus der Mächtigen werfe positive Entwicklungen in Afrika immer wieder zurück. „Es ist furchtbar“, so Schirrmacher wörtlich, „wenn Herrscher aus den Ärmsten der Armen Milliarden für Schweizer Nummernkonten herauspressen“. Er lobte aber Uganda als Beispiel dafür, dass auch arme Länder in Afrika Verbesserungen der Lebensbedingungen auf breiter Front herbeiführen könnten, wenn die Regierung es nur wolle. Namentlich hob er die massive Eindämmung der Kriminalität und die Fortschritte in der AIDS-Bekämpfung in Uganda hervor.

Auch der zweite Hauptredner der Konferenz, der amerikanische Theologe und Entwicklungsexperte Dr. Monte E. Wilson, der Uganda jährlich bereist, zeigte sich von den Verbesserungen in Uganda beeindruckt. Dies gelte nicht nur für die Infrastruktur, sondern besonders für die Lage der Farmer, die 90% der Bevölkerung ausmachten. Die Rechtssicherheit, dass sie von ihren angestammten Feldern nicht vertrieben werden können, habe enorm zugenommen. Dennoch müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, das Durchschnittseinkommen von einem Dollar am Tag anzuheben.

Die „Uganda Leadership Conference“ versammelte 700 Leiter aus Kirche und Wirtschaft in Jinja direkt an der Quelle des Nils. Neben christlich-ethischen Beiträgen beschäftigte sie sich mit Fragen der Alphabetisierung und Armutsbekämpfung des Landes. Die Konferenz fand unter Leitung des ehemaligen Generals Edward Kaggwa statt. Kaggwa, der heute Projekte von Gebende Hände in Uganda koordiniert, äußerte sich sehr zufrieden über die Lernmotivation und Sachkenntnis der Teilnehmer und den weitreichenden Auswirkungen, die ihre Beschlüsse haben werden. Unter anderem nahmen die Teilnehmer 5.000 Bücher mit, die gezielt an Entscheidungsträger weitergegeben werden.

Die deutsche Hilfsorganisation Gebende Hände unterhält seit vielen Jahren Waisenheime, Schulen, Ausbildungsbetriebe und Akademien in Uganda. Damit wird Waisenkindern und Kindern aus armen Familien die Möglichkeit geboten, die gesamte Schul- und Ausbildung im Rahmen der Projekte zu absolvieren und zugleich dem landwirtschaftlichen Leben nicht entfremdet zu werden. Die Aufteilung der Waisenheime in kleine Familiengruppen, die jeweils ein eigenes Feld bewirtschaften, gilt als modellhaft und wird derzeit auf zahlreiche Waisenheime in ganz Afrika übertragen.

 

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