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Schwerpunkte

Das Studium der Heiligen Schrift hat am Martin Bucer Seminar einen hohen Stellenwert.

Das Martin Bucer Seminar bietet ein alternatives Theologiestudium an. Wissensvermittlung, das Entdecken und Entwickeln von Gaben und wissenschaftlichen Methoden sowie die Anleitung zur selbständigen Arbeitsweise auf lehrenden und praktischen Arbeitsfeldern sind somit ein vorrangiges Anliegen des Seminars.

Um dieses Hauptanliegen herum haben sich verschiedene Arbeitsschwerpunkte gruppiert. Dies hat zum Teil historische Gründe, auch gibt es Zusammenhänge mit den Anliegen einiger Mitarbeiter des Seminars. Aber diese Schwerpunkte sind vor allem Programm. Theologisches Arbeiten soll - so unsere Überzeugung - immer auf Anwendung im praktischen Dienst abzielen, besonders natürlich die Ausbreitung von Gottes Reich fördern.

Folgende Arbeitsschwerpunkte haben sich herausgebildet:

Ethik

In 66 Lektionen werden Familien-, Kirchen-, Wirtschafts- und Staatsethik sowie auch persönliche Ethik behandelt.

Der Rektor des Seminars beschäftigt sich seit vielen Jahren eingehend mit ethischen Fragestellungen und bemüht sich darum, auf die Herausforderungen unserer Zeit biblisch verantwortbar zu reagieren. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung fanden ihren Niederschlag in einer mehrbändigen "Ethik", die zur Zeit in der vierten Auflage in einer sechsbändigen Ausgabe vorliegt. Sein Buch "Führen in ethischer Verantwortung" wird viel für Seminare in Wirtschaft und Kirchen eingesetzt. Längst haben sich andere Dozenten und Absolventen angeschlossen und spezielle ethische Fragestellung in Buch und Unterricht aufgegriffen, so etwa Sexualethik, Sterbebegleitung, Religionsfreiheit. Die im Rahmen der Forschungsarbeiten entstandenen Kontakte und gesammelten Materialen und Erfahrungen hinterlassen einen spürbaren Eindruck im Seminarbetrieb. Es ist Anliegen der Dozenten, z.B. in Fragen des Gemeindebaus, der persönlichen Führung oder der heutzutage so relevanten Bioethik Antworten zu finden, die vom Bezug auf die Heilige Schrift getragen sind und sich zugleich in das praktische Handeln übersetzen lassen. Ethik umfasst dabei die ganze Bandbreite von der persönlichen Entscheidung bis hin zur Prägung der Gesellschaft durch politische Ethik oder Umweltethik.

 

Mission

Das Martin Bucer Seminar betreut die deutsche Ausgabe des vom Hänssler Verlag herausgegebenen Handbuches "Gebet für die Welt" (engl. Operation World).

Seit 1979 ist das "Institut für Weltmission und Gemeindebau" an der Entstehung von "Gebet für die Welt", dem führenden Nachschlagewerk der Missionsstatistik und Lage der Mission weltweit, beteiligt. Seit 1985 wird bei uns die jeweilige deutschsprachige Ausgabe betreut, das heißt übersetzt, bearbeitet und um Angaben zu deutschsprachigen Missionsgesellschaften ergänzt. Ebenso entsteht bei uns das deutsche und internationale Materialheft zur Aktion "30 Tage Gebet für die islamische Welt" und das Heft zum jährlichen "Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen". Die weltweite Christenheit und das Ziel, Gemeindegründung weltweit voranzutreiben, soll uns in unserem Seminarbetrieb ständig vor Augen sein. Eine angemessene Förderung der Weltmission ist nach unserer Überzeugung nur möglich, wenn die Mitarbeiter selbst Erfahrungen aus erster Hand sammeln und gut über die Entwicklungen auf den Missionsfeldern informiert sind. Deshalb sind alle Mitarbeiter konkret in missionarische Projekte eingebunden. Außerdem laden wir immer wieder Missionare in unsere Seminarveranstaltungen ein, damit diese über ihre Arbeit berichten können. Zudem fördern wir stark die Forschung zur Weltmission und veröffentlichen zusammen mit dem Arbeitskreis für evangelikale Mission jährlich zahlreiche Forschungsarbeiten und Sammelbände zur Missionswissenschaft. Schließlich sorgt auch unser Studienzentrum in der Türkei dafür, dass uns die Situation von Ländern mit sehr wenigen Christen immer präsent ist.

 

 

Christenverfolgung/Religionsfreiheit

Mitarbeiter des Martin Bucer Seminars beteiligen sich an der jährlich erscheinenden Dokumentation über Christenverfolgung.

In vielen Ländern unserer Welt leiden Menschen, weil sie eine Religion praktizieren. Besonders Christen müssen in zahlreichen Regionen dieser Welt viele Nachteile in Kauf nehmen, weil sie sich öffentlich zu Jesus Christus bekennen. Als Christen, die in privilegierten und demokratisch organisierten Ländern leben, ist es unsere Aufgabe, die Rechte dieser Menschen zu stärken und an ihrem Ergehen Anteil zu nehmen.

Das Martin Bucer Seminar engagiert sich auf vielfältige Weise für Religionsfreiheit. Der Rektor ist Geschäftsführer des Arbeitskreises für Religionsfreiheit der Deutschen und Österreichischen Allianz, Mitglied der Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz und Direktor von deren Internationalem Institut für Religionsfreiheit (Bonn, Kapstadt, Colombo), das vom MBS betreut wird. Er ist auch Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz. Unsere Leiterin des Schwerpunkt Islam, Christine Schirrmacher, ist Sprecherin für Islam der Weltweiten Evangelischen Allianz. Ron Kubsch ist ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises für Religionsfreiheit der Deutschen Allianz und gibt zusammen mit dem Rektor und Max Klingberg von der IGFM die jährliche idea-Dokumentation über Christenverfolgung (zuletzt "Märtyrer 2008") heraus. Das Thema ist im MBS immer präsent, nicht zuletzt durch unser Studienzentrum in der Türkei, wo einer unserer Studenten und Verwandter eines unserer Mitarbeiter zu den Märtyrern von Malatya (April 2007) gehören.

 

 

Islam

Prof. Dr. Christine Schirrmacher, Islamwissenschaftlerin und Autorin der zweibändigen Ausgabe "Der Islam", verantwortet den Bereich Islamwissenschaft.

Wegen der beständig steigenden Zahl der Muslime in Europa und der weltweiten Bedrohung durch den Islamismus ist das Thema "Islam" nicht nur heute sehr populär, es wird uns noch die nächsten Jahrzehnte intensiv beschäftigen. Das Martin Bucer Seminar stellt sich dieser Herausforderung seit seiner Gründung und möchte Christen dabei helfen, Muslimen in der Heimat oder auf dem Missionsfeld angemessen sachlich und informiert begegnen zu können.

Durch die Leiterin unseres Islamschwerpunktes Prof. Dr. Christine Schirrmacher sind wir zu einer zentralen Forschungseinrichtung zum Thema geworden, sowohl für die evangelikale Bewegung weltweit als auch für die säkulare Öffentlichkeit in Deutschland. Die MBS-Vorlesungen von Frau Schirrmacher sind in der zweibändigen Ausgabe im Hänssler Verlag, derzeit in 2. Auflage, längst zum Standardwerk geworden. Aber auch andere Mitarbeiter wie Dr. Uphoff oder Elke Haas tragen zu diesem Schwerpunkt bei, den man auch offiziell wählen kann, wenn man das Master of Theology-Programm mit Schwerpunkt Islam wählt oder in Bonn parallel am MBS Theologie und an der Universität Bonn Islamwissenschaften studiert. Auch hier spielt eine Rolle, dass wir mit Istanbul ein Studienzentrum in einem islamischen Land haben. 


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